Tag 1: Zerlegung des Wagens

Sooo, lange habe ich nichts von meinem Projekt hören lassen und bevor ich anfange, euch den ersten Tag des Umbaus zu zeigen, gibt es ja noch eine kleine Vorgeschichte zu erzählen:


Nach der Motorrevision


Ich habe mich ja dazu entschieden, den Subaru erstmal komplett serienmäßig wieder herzurichten und erstmal im Serienzustand die deutsche Zulassung machen zu können. Der Gedanke dahinter war ganz einfach der, dass ich den Wagen wenigstens schonmal auf die Straße bekommen wollte und dann die ganzen Mods später im nachhinein per Einzelabnahme durrchzukriegen. Denn obwohl es ein Rallyauto werden soll, möchte ich keine Sonderzulassung, sondern eine ganz normale Straßenzulassung ohne Einschränkungen. Ich hatte halt irgendwie bedenken, dass der arme TÜV'er dann überfordert ist, wenn er die Vollabnahme und die ganzen Mods auf einmal eintragen müsste.


Doch um den Wagen tatsächlich TÜV- tauglich zu bekommen, haben noch jede Menge Kleinigkeiten gefehlt. So musste zum Beispiel noch eine Nebelschlussleuchte nachgerüstet und eine Scheibenwaschanlage wieder eingerüstet werden (hatte der Vorbesitzer entfernt). Die ganzen Kleinigkeiten haben jede Menge Zeit gekostet, doch dann konnte ich endlich zum TÜV:


TÜV- Abnahme die 1.


Um den Wagen mal ausgiebig testen zu können, habe ich mir eine 5- Tages- Zulassung besorgt und bin dann am 3. Tag das erste mal zum TÜV gefahren. Als ich vorm Tor der Prüfstraße stand, guckte mich der Prüfer nur an und meinte: "Das ist ja ein Rennwagen, sowas kann ich nicht abnehmen" (Dabei hatte ich mir zuvor alle Beine ausgerissen um das Auto wieder in den Serienzustand zu versetzen) "Aber kommen Sie morgen nochmal vorbei, da ist der Chef wieder da". Leicht genervt bin ich also unverrichteter Dinge von dannen gezogen. So recht wollte mir der Mann einfach nicht glauben, dass das Auto so Serie war, und dann auch noch rechtsgelenkt..


TÜV Abnahme die 2.


Am nächsten Morgen bin ich erneut guter Dinge beim TÜV vorgefahren, doch wieder wurde ich enttäuscht "Der Chef hat sich heut krank gemeldet aber am Nachmittag ist einer da, der sich mit Motorsportfahrzeugen auskennt." (Irgendwie hatte der Mann immer noch nicht verstanden, dass er kein Motorsportfahrzeug vor sich hatte, doch wenn die sich mit einem serien- Subaru schon so haben, was soll es dann erst werden, wenn der Wagen umgebaut ist?)


TÜV- Abnahme die 3.


Mittlerweile habe ich gelernt, dass es überhaupt nichts bringt, sich über sowas aufzuregen. Also genoss ich den Wagen, so lange er noch eine Kurzzeitzulassung hatte und vertrieb mir die Zeit bis Nachmittag indem ich ein paar Runden drehte. So verging die Wartezeit recht zügig und tatsächlich, als ich das dritte mal vor die Prüfstraße fuhr, machte direkt jemand das Tor hoch und wunk mich rein und als wäre es ganz selbstverständlich (ich hatte da schon dran gezweifelt) begann der Mann sein ganz normales Prüfprogramm durchzuziehen. Der Mann hatte sich sehr für den Wagen interessiert, das ist immer ein gutes Zeichen, doch einige Kleinigkeiten hatte er dann doch zu bemängeln:


- ( die ganz normalen) Gurte waren ohne E- Prüfzeichen, da Japanimport (Eintragung wäre aber laut ihm in den Papieren via Einzelabnahme möglich gewesen)
- Rückleuchten ohne E- Prüfzeichen
- Scheinwerfer zu hoch eingestellt (Nachjustierung war defekt)
- Bremse vorne links zu wenig Bremsleistung


Ich war fast erstaunt, dass die Liste so gering ausgefallen ist. Immerhin war der Subi ein Wrack und ähnelte eher einem Hünerstall als einem Auto, als ich ihn holte. Doch leider muss bei einer Vollabnahme das Auto absolut mängelfrei sein. Es war also klar, dass es heute nichts mehr mit der Abnahme wird.


Doch auch mit den Papieren gab es Probleme. In der irischen Zulassung, wo der Wagen zuletzt gelaufen ist, stand nur die Fahrgestellnummer und sonst nichts drin, keine Achslasten, keine Radgrößen, keine Leistungsangaben, nichts! Auch ein Blick in die Dekra- eigene Datenbank brachte keine Ergebnisse, doch halt, es gab schon Ergebnisse aber 32 absolut verschiedene.. Welche Werte also nehmen?



Wir einigten uns, dass ich bis zum nächsten Tag versuche, die Mängel zu beheben (langsam wurde die Zeit mit dem Kurzzeitkennzeichen knapp) und der Prüfer wollte nochmal recherchieren, wegen den Fahrzeugdaten..


Was auch gut war: Der TÜVer stellte kein Prüfprotokoll aus. Normalerweise bekommt man ja ein Prüfprotokoll (kostenpflichtig) und muss dann nochmal zur Nachprüfung (ebenfalls kostenpflichtig). Doch so musste ich gar nichts bezahlen.


Zu Hause angekommen machte ich mich an die Mängel. Vorne beim linken Bremssattel hing ein Bremskolben. Ein bisschen WD40 und ein Kolbenspreizer konnten ihn aber relativ schnell wieder gangbar machen. Bei der Scheinwervereinstellung war am Verstellgestänge ein zu großes Kugelgelenk verbaut, zum Glück hatte ich noch ein kleineres da. Bei den Rückleuchten einigten wir uns, dass ich diese später noch nachreichen könne (so schnell konnte ich keine deutschen auftreiben). Die Mängel waren also alle behoben. für einen kurzen Moment schöpfte ich wieder Hoffnung...


TÜV- Abnahme die 4.

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...doch die Hoffnung währte nicht lange. Am nächsten Tag war ich also zur Nachprüfung und siehe da: mängelfrei! Doch was die Papiere anging,lief es nicht so gut, keine neuen Erkenntnisse. Der TÜV'er hatte aber schon mit meiner Werkstatt telefoniert, es gab nur eine Möglichkeit: Eine Datenbankabfrage bei Subaru Japan.


Einmal Fahrgestellnummer in die Datenbank eintippen, Daten zufaxen: Ganze 2(!!) Monate und ganze 260€ (!!!!) später hatte ich dann endlich meine Daten. In der Zwischenzeit hatte ich meinen Wagen aber schon komplett zerlegt und den Motor und so ziemlich alle anderen Teile bis auf die Karosserie, verkauft. (Die Abnahme war ja schließlich durch und es fehlte ja nurnoch Papierkram.


Dann rief mich der TÜV'er an und meinte es gäbe ein Problem (welch Überraschung!). Für den Wagen gibt es kein gültiges Abgasgutachten! Hmmm... schwierig eins zu erstellen, so ganz ohne Motor... Ich Fragte ob denn nicht ein Hamster im Motorraum mindestens für Euro 2 reihen würde aber leider ähhh nicht....Auch das Argument, dass ich einen neueren Motor von 2007 einbauen wollte und er einfach die Daten von diesem Modell nehmen solle, zog nicht. Bei einem Motorwechsel muss immer ein Abgasgutachten erfolgen, weil sich ja die ganze Peripherie des Fahrzeugs ändert.


Es gab nur eine Lösung: Die Sache verwerfen und dann mit dem fertigen Umbau eine neue Vollabnahme inklusive aller Einzelabnhamen durchführen. Der einzige Trost: Ich musste nichts bei der Dekra bezahlen und habe einen Prüfer, der mein Projekt betreut. Doch die Ganze Mühe im Vorfeld, den Wagen wieder auf Serienzustand zu bringen war für umsonst! 5 Monate Arbeit für die Katz!


Und wiedereinmal zeigte sich: So ein Projekt ist einfach nicht planbar!




Der erste Umbautag


So, viel Gerede im Vorfeld, kommen wir nun zur Sache! Den ersten Tag des Umbaus habe ich hier für euch in einem Zeitraffer zusammengestellt.



Die Zerlegung ging in der Tat ziemlich zügig voran, da ich fast alles schonmal irgendwann auseinander hatte (nur eben nicht zeitgleich) war die Sache in 1,5 Tagen durch und es war nur noch die nackte Karosse übrig.


Ich möchte gar nicht viel mehr erzählen, das Video zeigt ja den groben Ablauf und in Ergänzung möchte ich einfach mal noch ein paar Bilder sprechen lassen und werde dann dazu jeweils noch etwas in der Bildbeschreibung sagen.



 







Wahnsinn was in so einem Auto alles an Einzelteilen steckt... es reicht um einen ganzen Dachboden zu füllen:



Und auf dem Bild ist nur ein Bruchteil zu sehen....





Das ist der Komplette Kabelbaum. Da vieles davon nicht mehr benötigt wird und auch die Batterie hinter den Fahrersitz verlegt wird, habe ich mich dazu entschieden, den kompletten Kabelbaum neu zu machen.


Kommentare 14

  • Will nicht zuviel sagen aber er wird LHD Newage shortblock etc. Und da er zu 99% rostfrei ist will ich in so original wie möglich halten Optisch zumindest ;)
  • Sehr schönes Projekt ;) Sind einige Teile was bei den Ausbau anfallen. Mache gerade selber soetwas ähnliches mit.einen Type RA
    • Cool, ein Type RA ist einfach was ganz Feines! Was haste denn genau vor? Das schreit ja quasi nach nem neuen Blog ;)
  • bhoa was für eine Arbeit... Kann selber nur sehr begrenzt schrauben, wird sich aber bestimmt am Ende lohnen. Was fährt du als Alltagswagen?
    • Mazda 6 Kombi^^
    • Kindersitz und Kinderwagen bekomme ich zum Glück in den WRX ;)
    • ja ich biin vielfahrer, hab 100 km Arbeitsweg einfach...:/ Da musste ein Diesel her und die Subi- Diesel sind mir noch zu teuer und auch zu schade um da so viele km draufzuschrubben
  • Ich dachte ich seh nicht recht ein Leipziger mit nem WRX hammer, hast du von deinen Projekt ein paar Teile übrig bzw. brauchst du noch was? Wie hast du die Dachleiste abbekommen und kriegst du die auch einfach wieder dran? Vielleicht kann man sich ja mal treffen, komme auch aus Leipzig?
    • Hab eigentlich nur noch das originale STI- Fahrwerk übrig und den ganzen plastescheiss halt.. Dachleiste war bissl knifflig, weil die angeklebt ist, ging nur mit verbiegen.. werd die wohl neu brauchen
  • Schöne Geschichte. Da sieht man wieder mal, dass das bei uns alles nicht so einfach geht. Ich hoffe, du bleibst dran. Klingt sehr Interessant! Ich htte auch mal die Idee, in ein Coupe die neue Technik einzubauen.
    • Danke! Ja Ziel ist es, das Beste von Subaru in einem Auto zu vereinen ;)
  • Dann hoffe ich mal dass es bei der Vollabnahme später keine größeren Probleme gibt. Sonst noch viel spaß und gutes gelingen ;)
    • ja davor graut es mir auch schon :/ Aber um Schlimmeres zu vermeiden, werde ich immer wieder mal Rücksprache mit dem TÜVer während des Umbaus halten.